
Die deutsche Polizei gilt prinzipiell als eine Institution, die in der Bevölkerung großes öffentliches Vertrauen genießt. Befragungen zeigen aber auch, dass das Vertrauen in die Arbeit der Polizei je nach ethnisch-sozialer Gruppenzugehörigkeit sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Vorangegangene Forschungsarbeiten zeigen, dass das Vertrauen in die polizeiliche Effektivität und Fairness insbesondere bei jungen Menschen und bei Personen mit Migrationsgeschichte signifikant eingeschränkt ist. Nicht zuletzt das Bekanntwerden rechtsextremer Vorfälle in einzelnen Dienst- und Chatgruppen, Diskussionen um racial profiling in der Polizei und die Thematisierung von Polizeigewalt im Kontext der Black Lives Matter-Bewegung können das Polizeivertrauen besonders in migrantisierten Communities erheblich beeinträchtigen.
Das Projekt „EQAL – Entwicklung eines quartiersbezogenen Austauschs- und Lernprogramms zur Förderung des wechselseitigen Verständnisses von Polizei und Stadtgesellschaft“ widmet sich dem konstruktiven Austausch von Polizei, Ordnungsdienst und Bürgerinnen und Bürgern auf kommunaler Ebene, um gezielt und problemorientiert innovative Formate bürgernaher Polizeiarbeit zu implementieren und so der Erosion von Vertrauen in Sicherheits- und Ordnungsbehörden präventiv zu begegnen.
Jetzt ist die Handreichung des Düsseldorfer Pilotprojekts EQAL ist erschienen. Unter dem Titel „Polizei, Ordnungsdienst und Bürger:innen im Dialog – Wie lassen sich die Beziehungen zwischen Polizei, Ordnungsamt und Bevölkerung verbessern?“ bündelt sie zentrale Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung und der Programmentwicklung. Die Veröffentlichung bietet zudem praxisnahe Empfehlungen für Sicherheits- und Ordnungsbehörden, die vergleichbare dialogorientierte Formate auf kommunaler Ebene entwickeln und umsetzen möchten.
